Jutta Hurler erhält das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten

Vergangene Woche bekam unsere ehemalige stellvertretende Abteilungsleiterin Jutta Hurler das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten für ihre ehrenamtlichen Verdienste in der Volleyballabteilung des TSV Königsbrunn verliehen. Die Ehrung nahm Landrat Martin Sailer vor. Auch Königsbrunns Bürgermeister Ludwig Fröhlich freute sich über diese besondere Auszeichnung. "Immer aktiv, engagiert im Beruf und selber zurückhaltend", so lobte Fröhlich die vorbildhafte Einstellung der "Mutter des Volleyballsports in Königsbrunn".

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Jutta Hurler (Mitte) bekommt von Landrat Martin Sailer (links) und Königsbrunns Bürgermeister Fröhlich die besondere Ehrung verliehen.

Nachfolgend die Chronik über das Engagement von Jutta Hurler, die zur Nominierung für das Ehrenzeichen führte:

Jutta Hurler, geborene Klein (29.10.1959), kam 1975 zum Volleyball beim TSV Königsbrunn. Sie war gleichzeitig Gründungsmitglied der ersten Volleyballfrauenmannschaft der Volleyballabteilung. Die Abteilung wurde erst zwei Jahre zuvor 1973 gegründet.

Zwei Jahre später gelang der jungen Volleyballerin ihr größter sportlicher Erfolg in ihrer bis 1988 andauernden aktiven Spielerzeit: der Aufstieg in die Landesliga (1977/78).

1979 übernahm Jutta Hurler den Posten des 2. Abteilungsleiters in der Volleyballabteilung. Bis zum Jahr 2010 sollte sie sich nun um den komplette Spielbetrieb des TSV Königsbrunn kümmern. Angefangen beim Passwesen, der Verteilung der Hallentermine sowie die Organisation von Großturnieren (Känguruh-Cup) und der Erwachsenen- und Jugendmannschaften.

Zu Beginn ihrer Amtszeit baute sie als Trainerin gemeinsam mit Roswitha Kugelmann die erste weibliche und männliche C-Jugend der Volleyballer auf. Insgesamt gingen in der Saison 8 Mannschaften an den Start und die Mitgliederzahl war seit der Gründung auf 127 gewachsen, wovon 60 Mitglieder jünger als 18 Jahren waren. Ein Jahr nach Beginn ihres Wirkens in der Abteilungsleitung und als engagierte Trainerin nahmen 1980/81 schon elf Mannschaften (4 Herren, 2 Damen, 5 Jugend) am Punktspielbetrieb teil. Außerdem wurde die erste Hobbyrunde und Seniorenmannschaft gegründet.IMG 8330

 

Jutta Hurler unterstrich ihren Einsatz für die Jugend, als von 1981 bis 1985 als Jugendleiterin im Hauptverein des TSV Königsbrunn aktiv war. Danach widmete sie sich wieder ausschließlichen ihren Aufgaben als 2. Abteilungsleiterin und Trainerin beim Volleyball. 1981 übernahm Jutta Hurler gemeinsam mit ihrem zum 1. Abteilungsleiter gewählten Mann, Dieter Hurler, die Führung bei den Königsbrunner Volleyballer.

Nachdem zwischenzeitlich die 138-Mitglieder-Marke erreicht wurde, gelang der Volleyballabteilung 1987 mit der Verpflichtung der ungarischen Rekordnationalspielerin Gabi Buzas als Spielertrainerin der 1. Damenmannschaft ein großer Coup. Es folgte der erneute Landesligaaufstieg für die Frauen. Ein Jahr später übernahm Buzas auch die Männer.

Wiederum ein Jahr später folgte die erfolgreichste Saison seit Bestehen der Abteilung. Jutta Hurler, jetzt Trainerin, wurde mit der 1.Damen in der Saison 1989/90 Landesliga-Meister und stieg in die Regionalliga Süd-Ost auf. Parallel feierten die Männer den Aufstieg in die Bayernliga. Zwar reichte es für die Frauen nur zu einem einjährigen Gastspiel in der Regionalliga, trotzdem war es für die Königsbrunner Volleyballerinnen und für Jutta Hurler ein unvergesslicher Moment.

Die Herren mussten sich drei Jahre später der Konkurrenz in der Bayernliga beugen und stiegen wieder in die Landesliga ab. Diese sportlichen Erfolge hatten dennoch eine große Wirkung auf den Abteilung, die sich besonders auf die Jugend auswirkte. 1995/96 liefen neben drei Frauen- und Herrenteams, sechs weibliche und vier männliche Jugendmannschaften für den TSV Königsbrunn auf.

Zum 25-jährigen Bestehen der Abteilung 1998 nahm die Erfolgsstory ihren Höhepunkt. 268 Mitglieder, davon 104 Schüler und 48 Jugendliche, spielten Volleyball. Unter Initiative von Jutta Hurler, die zwischenzeitlich Mutter von drei Söhnen (Alexander 1990, Christian 1992 und Michael 1995 geboren) geworden war und ihrem Mann bei dessen selbstständiger Arbeit als Grafikdesigner unterstützte, wurde für fünf- bis siebenjährige Kinder ein neues Trainingsangebot in Form einer SAG (Sportarbeitsgemeinschaft) mit der Grundschule Süd in Königsbrunn eingerichtet. Mit herausragenden sieben männlichen und acht weiblichen Jugendmannschaften im Spielbetrieb machte sich dieser Einsatz in der Saison 1998/99 bezahlt.IMG 8331

Den Fokus auf der Jugend akquirierte Jutta Hurler den früheren Jugendspieler Hans-Jürgen Seitz als Trainer, der die Aufgaben von Otto Zink im männlichen Bereich übernahm und in den Folgejahren mit seinen Teams regelmäßig an den südbayerischen Meisterschaften teilnehmen konnte.

Im Jahr 2001 zählte die Volleyballabteilung insgesamt 251 Mitglieder, wovon 116 Schüler und Jugendliche waren. Dem gestiegenen Sportangebot in Königsbrunn sowie der wachsenden schulischen Belastung für die Kinder und Jugendliche ist es zuzuschreiben, dass auch in der Volleyballteilung die Mitgliederzahl bis zum Jahr 2010 auf 180 geschrumpft ist. Trotzdem ist der Verein mit 5 Erwachsenenmannschaften, deren Altersdurchschnitt bei 21 Jahren liegt, und 11 Jugendmannschaften im Spielbetrieb im Raum Schwaben vorne mit dabei. Die Führung muss den Volleyballhochburgen Sonthofen, Marktoffingen und Mauerstetten überlassen werden.

Doch ohne den unermüdlichen Einsatz von Jutta Hurler als Spielerin, Trainerin, stellvertretende Abteilungsleiterin, Organisatorin und Kassiererin, wo sie regelmäßig den Spagat zwischen einer bestmöglichen, finanziellen Jugendförderung aber auch dem gesunden Haushalten der Abteilung bewältigen musste, stünde die Abteilung nicht da, wo sie heute ist.

Auch in den letzten Jahren ihres Wirkens stand sie immer zur Verfügung, um beispielsweise als Autofahrer Jugendteams zu den Spieltagen zu begleiten oder als Trainer bei Erwachsenenmannschaften bzw. den Minis einzuspringen. Keine Zeit war ihr dafür zu schade, kein Weg ihr zu weit.

Neben der Arbeit im Verein engagiert sich Jutta Hurler seit 1997 auch auf Bezirksebene des Bayerischen Volleyball-Verbands für den Sport. Sie fungiert bis heute als Staffelleiterin für mehrere Jugend- und Erwachsenenligen. 

Zusätzlich zu ihrem Einsatz im Hallenvolleyball kam 1996 das Beachvolleyball. Als Gründungsmitglied des Beach-Volleyball-Clubs Königsbrunn übernahm sie gleich in der ersten Vorstandschaft den Posten der Kassiererin – und das 15 Jahre lang. Mit dem BVC Königsbrunn schaffte sie gemeinsam mit ihren Kollegen für die Jugend eine weitere Möglichkeit, den Volleyballsport auch im Sommer mit viel Spaß zu leben. 2011 zog sie auch hier – wir ein Jahr zuvor in der Halle – einen Schlussstrich und überließ unter anderem der von ihr mit herangezogenen Jugend ihre Aufgaben.

Nach 31 Jahren im Hallen- und 15 Jahren im Beachvolleyball hat sie das Volleyballgesicht der Stadt Königsbrunn geprägt, wie kaum jemand anders.

Irgendwie scheint Jutta Hurler dafür prädestiniert gewesen zu sein. Zumindest was ihr Erinnerungsvermögen angeht. Denn von vielen Spielerinnen und Spielern wusste sie die Telefonnummer, Adresse oder Geburtsdatum aus dem Steggreif. Als Kassiererin kam ihr das Talent mit dem Umgang mit Zahlen ebenfalls sehr entgegen.

Jutta Hurler wurde 2010 für ihre 35-jährige Mitgliedschaft in der Volleyballabteilung des TSV Königsbrunn von Wilfried Semmlinger geehrt. Weitere Ehrungen sind mir nicht bekannt.

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Auch der aktuelle Abteilungsleiter Wilfried Semmlinger und Ehemann Dieter Hurler (von rechts) gratulierten zur Verleihung des Ehrenzeichens.




 
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